Lärmbeschwerden

Ist es Ihnen zu Laut? Hier erfahren Sie, wie Sie eine offizielle Fluglärmbeschwerde abschicken:

http://www.dfld.de/Mess.php?R=002&S=014
Dort können Sie die Spitze der Kurve anklicken und sofort den konkreten Lärmwert übernehmen.

oder

http://www.flughafen-beratungszentrum.de/pdf/fbz/Fluglaermbeschwerde.pdf
Ausdrucken und Absenden.






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Nachfolgend sieht man, wie der unabhängige Fluglärmschutzbeauftragte bzw. dessen Team auf Beschwerden der Flughafenanwohner per eMail reagiert (Schreibfehler inklusive):
(Sollten Sie eine  Antwort erhalten haben, können Sie uns diese ebenfalls gern zusenden.)
- Dezember 2011:

Mahlow, den 07.12.2011

Sehr geehrter Herr ,

Ihre Fluglärmbeschwerde vom 22. November 2011 ist bei mir eingegangen. Nach den Radardatenauswertungen der Deutschen Flugsicherung GmbH befand sich das startende Strahlflugzeug nahezu auf der Mittellinie der zugewiesenen Abflugstrecke. Der die Abflugstrecke umgebende Toleranzbereich wurde nicht überschritten. Bei Überflughöhe von circa 1400 Metern erscheint mir der angegebene Lärmwert  von circa 78,0 dB(A) an der nicht geeichten DFLD-Messtelle aber deutlich überhöht zu sein. Subjektiv mag das anders sein, da der Überflug des Jumbojet sicherlich länger zu hören war.

Im Ergebnis der von der Deutschen Flugsicherung GmbH, dem Umweltbüro des Flughafenbetreibers und mir vorgenommenen Überprüfungen  sind mir aber keine Verstöße luftrechtlicher Bestimmungen bekanntgegeben worden. Insofern sehe ich hier keinen Ansatz, im Falle dieser Beschwerde weiter für Sie tätig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Thomsen
Stellvertretender Fluglärmschutzbeauftragter

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Sehr geehrter Herr ,

Ihre Beschwerden zum 01./02./04./05./06./07./08./09./10./11./12./13./14./15./16./17. und 18. Dezember habe ich erhalten.

Die Mehrzahl der von Ihnen genannten Luftfahrzeuge landeten in Schönefeld im sogenannten verkürzten Anflugverfahren bzw. unter Sichtflugbedingungen. Bei diesem Verfahren ist es möglich später als im Raum Erkner auf den Endanflug einzudrehen. Die hier vorgeschriebenen Beschränkungen und Mindesthöhen wurden jedoch von allen Luftfahrzeugen eingehalten. Die von Ihnen angegebenen Höhen erscheinen mir in einigen Fällen als zu niedrig. Dennoch liegen auch diese Werte durchaus im Erwartungsbereich eines solchen Verfahrens. Der Verlauf der Kurven während des Anfluges ist ebenfalls typisch. Ein Luftfahrzeug, das aus Südwesten anfliegt, muss bei Landerichtung West aus nachvollziehbaren Gründen in etwa eine 180° Kurve fliegen, um auf den Endanflug einzudrehen.

Ich kann nachvollziehen, dass Sie sich durch den Fluglärm belästigt fühlen. Dennoch möchte ich Sie darauf hinweisen, dass mir die von Ihnen angegebenen Messwerte als zu hoch erscheinen. Bei einem Vororttermin in Erkner (Dämeritzsee) mit einem mobilen und geeichten Messgerät konnte ich Lärmwerte von ca. 64 dB(A) feststellen. Die wechselnden Triebwerkdrehzahlen ergeben sich durch den Sinkflug in 3°. Um diesen kontinuierlich zu halten und nicht zu schnell zu fallen, muss der Pilot in manchen Fällen die Leistung der Triebwerke erhöhen bzw. wieder absenken. Das lässt sich leider nicht vermeiden. Germanwings nutzt beide Triebwerkhersteller (IAE und CFM) an seinen Airbus A319. Insofern kann hier nicht von einer Grundsätzlichkeit einer typischen (hohen) Lärmemission der Triebwerke für Germanwings ausgegangen werden.

Zusätzlich möchte ich feststellen, dass Sie in unmittelbarer Nähe zum Endanflug (gedachte Verlängerung der Landebahn) wohnen. Dadurch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu direkten Überflügen ihres Wohngebietes. Dies wird auch zukünftig der Fall sein, d.h. auch nach der Inbetriebnahme des Flughafen Berlin-Brandenburg am 03.06.2012. Mit der Schließung von Tegel wird auch der gesamte Flugverkehr von Berlin Tegel nach Schönefeld verlegt. Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes ist eher davon auszugehen, dass die Fluglärmbelastung an ihrem Wohnort zunehmen wird.

Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass ich nicht der Lärmverursacher oder Betreiber eines Luftfahrzeuges bin sondern der Fluglärmschutzbeauftragte und als unabhängiger Ombudsmann tätig bin. Daher bitte Sie – bei allem Verständnis für die Fluglärmbelastung – sich an der einen oder anderen Stelle in Ihrer Wortwahl etwas zu mäßigen und sachlich zu bleiben. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ich hoffe Ihnen damit Ihre Anfragen beantwortet zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
P. Strogies
Fluglärmschutzbeauftragter

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- November 2011:

Blankenfelde-Mahlow, den  09.11.2011

Sehr geehrter Herr ,

Ihre E-Mailbeschwerde vom 05.Oktober 2011 habe ich erhalten. Hierzu möchte ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Grundsätzlich gilt gemäß §1 Luftverkehrsgesetz, dass die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge frei ist, soweit sie nicht durch dieses Gesetz, durch die zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften, durch im Inland anwendbares internationales Recht, durch Verordnungen des Rates der Europäischen Union und die zu deren Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften beschränkt wird.

Oberhalb einer Höhe von 2500 Fuß über Grund (760 m) beginnt über dem Territorium  von Deutschland nach den Richtlinien und Empfehlungen der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation (ICAO) und den luftrechtlichen Festlegungen des Bundesministers für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung (BMVBS) grundsätzlich nahezu flächendeckend der kontrollierte Luftraum. Im kontrollierten Luftraum ist die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) für die Bewegungslenkung und Staffelung von nach Instrumentenflugregeln verkehrenden Luftfahrzeugen zuständig. Aus Sicherheits- und Staffelungsgründen und zum Schutze der nach Instrumentenflugregeln startenden und landenden  Luftfahrzeuge wurde der kontrollierte Luftraum in der Umgebung aller deutscher Verkehrsflughäfen vom BMVBS bis zur Erdoberfläche abgesenkt. Und das bedeutet in der Praxis für den Luftraum im Bereich von Goosen OT Neu Zittau, dass die zuständige Flugverkehrskontrollstelle der DFS dort grundsätzlich alle kontrollierten Flüge im kontrollierten Luftraum oberhalb einer Flughöhe von 2000 Fuß über Meereshöhe (609 m)  lateral und vertikal führen darf.  Die den Verkehrsflughafen Berlin – Schönefeld anfliegenden Luftfahrzeuge dürfen diese Höhe erst im Bereich des Endanfluges zum Zwecke der Landung unterschreiten

Überflugverbote in Form von Sperrgebieten oder Flugbeschränkungen in diesem Luftraum können nur vom Bundesminister für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung erlassen werden. Für den Instrumentenflugverkehr von und zu den Berliner Verkehrsflughäfen sind im Luftraum über dem Bereich von Goosen OT Neu Zittau aber bislang keine Luftraumbeschränkungen durch das BMVBS festgelegt worden. Und das bedeutet, dass die zuständige Flugverkehrskontrollstelle der DFS hier grundsätzlich auch alle kontrollierten Flüge oberhalb der festgelegten Mindestflughöheführen darf.

Ergänzend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass sich Ihr Wohnort in unmittelbare Nähe der Anfluggrundlinie des Instrumentenlandeanflugs zur Piste 25 vom Verkehrsflughafen  Berlin-Schönefeld befindet. Diesen Bereich überfliegen grundsätzlich alle in Berlin-Schönefeld landenden Luftfahrzeuge.

Zu den als störend angeführten Flugbewegungen sind mir keine Verstöße luftrechtlicher Bestimmungen bekanntgegeben geworden. Insofern sehe ich hier keinen Ansatz, im Falle dieser Beschwerden weiter für Sie tätig zu werden.

Michael Thomsen
Stellvertretender Fluglärmschutzbeauftragter


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August 2011:

Blankenfelde-Mahlow, den 03.08.2011

Sehr geehrte Frau
nach Prüfung der übersandten Emailbeschwerden aus dem Monat Juli 2011 kann ich Ihnen aus meiner Sicht Folgendes mitteilen:

Im Ergebnis der von der Deutschen Flugsicherung GmbH und dem Umweltbüro des Flughafenbetreibers vorgenommenen Überprüfungen Ihrer Fluglärmbeschwerden sind mir keine Verstöße luftrechtlicher Bestimmungen bekanntgegeben worden. Insofern sehe ich hier keinen Ansatz, im Falle dieser Beschwerden weiter für Sie tätig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag des Fluglärmschutzbeauftragten
für den Verkehrsflughafen Berlin - Schönefeld
Michael Thomsen


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Juli 2011: 


Sehr geehrte Familie
Ihre E-Mailbeschwerden vom 12. und 13. Juni 2011 habe ich erhalten. Hierzu möchte ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Grundsätzlich gilt gemäß §1 Luftverkehrsgesetz, dass die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge frei ist, soweit sie nicht durch dieses Gesetz, durch die zu seiner Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften, durch im Inland anwendbares internationales Recht, durch Verordnungen des Rates der Europäischen Union und die zu deren Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften beschränkt wird.

Oberhalb einer Höhe von 2500 Fuß über Grund (760 m) beginnt über dem Territorium  von Deutschland nach den Richtlinien und Empfehlungen der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation (ICAO) und den luftrechtlichen Festlegungen des Bundesministers für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung (BMVBS) grundsätzlich nahezu flächendeckend der kontrollierte Luftraum. Im kontrollierten Luftraum ist die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) für die Bewegungslenkung und Staffelung von nach Instrumentenflugregeln verkehrenden Luftfahrzeugen zuständig. Aus Sicherheits- und Staffelungsgründen und zum Schutze der nach Instrumentenflugregeln startenden und landenden  Luftfahrzeuge wurde der kontrollierte Luftraum in der Umgebung aller deutscher Verkehrsflughäfen vom BMVBS bis zur Erdoberfläche abgesenkt. Und das bedeutet in der Praxis für den Luftraum im Bereich von Erkner, dass die zuständige Flugverkehrskontrollstelle der DFS dort grundsätzlich alle kontrollierten Flüge im kontrollierten Luftraum oberhalb einer Flughöhe von 2000 Fuß über Meereshöhe (609 m)  lateral und vertikal führen darf.  Die den Verkehrsflughafen Berlin – Schönefeld anfliegenden Luftfahrzeuge dürfen diese Höhe im Bereich des Endanfluges zum Zwecke der Landung unterschreiten.

Überflugverbote in Form von Sperrgebieten oder Flugbeschränkungen in diesem Luftraum können nur vom Bundesminister für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung erlassen werden. Für den Instrumentenflugverkehr von und zu den Berliner Verkehrsflughäfen sind im Luftraum über dem Bereich von Erkner bislang keine Luftraumbeschränkungen durch das BMVBS festgelegt worden. Und das bedeutet, dass die zuständige Flugverkehrskontrollstelle der DFS hier grundsätzlich auch alle kontrollierten Flüge oberhalb der festgelegten Mindestflughöhe / bzw. bei Landeanflügen zum Verkehrsflughafen  Berlin-Schönefeld auch unterhalb dieser Mindestflughöhe führen darf.
 
Zu den als störend angeführten Flugbewegungen sind mir keine Verstöße luftrechtlicher Bestimmungen bekanntgegeben geworden. Insofern sehe ich hier keinen Ansatz, im Falle dieser Beschwerden weiter für Sie tätig zu werden.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag des Fluglärmschutzbeauftragten
für den Verkehrsflughafen Berlin - Schönefeld
Michael Thomsen

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